2003 | 1

Manfred Hebenstreit
MALEREI
Vernissage:
28. Februar 2003
Ausstellungsdauer:
1. - 31. März 2003
  • Nach seinem Studium der Malerei an Hochschule in Linz, einem Arbeitsaufenthalt in der Toskana und einem einjährigen Stipendium in Kalifornien lebte er Anfang der 90er Jahre in München und seit 1995 in Peuerbach in Oberösterreich.
    Manfred Hebenstreit zählt zu jenen Künstlern, die sich nunmehr seit mehr als zwei Jahrzehnten mit größtmöglicher Konsequenz der Malerei widmet. In der Welt der Farbe gestaltet er ein umfassendes künstlerische Werk.

    Dynamik und Spannung bestimmen seine Bilder. Hebenstreit liebt den Gegensatz zwischen Spontanem und Überlegtem. Man spürt das Rasche des Farbauftrags, zuweilen rinnt die Farbe und lässt dem Zufall Raum. Und doch ist unverkennbar, dass der Aufbau der Bilder sehr genau überlegt ist. Aus Farben, Linien und Flächen entsteht eine Ordnung. Manche Bilder steigen auf, andere sinken herab, neuere Bilder eröffnen eine erstaunlichen Tiefenraum. Man merkt bei diesen Bildern, dass Skizzen und Studien vorangegangen sind.

    Seine Bilder scheinen oft abstrakt und sind es teils auch. Und doch ist ein intensives Gespräch mit der Natur spürbar, mit ihren Farben und Formen. Vieles ist wie eine Landschaft, sogar eine ganz spezifische: da ist das Haus vor düster verhangenem Himmel, die Weite des sich zum Horizont erstreckenden Meeres. Es gibt andere Werkphasen, in die die menschliche Figur hineinspielt, als einzelne, als Gruppe oder als Paar: Mann und Frau. Erotisches wird gezeigt und verdeckt, wie überhaupt Öffnen und Verdecken ein Prinzip der Gestaltung ist.

    Hebenstreits Malerei ist eine Reaktion auf menschliche Begegnungen und Konflikte, auf die Jahreszeiten und die Farben. Eine Vorliebe für Schneelandschaften, Vorfrühling und Spätherbst wird deutlich. Er reagiert auf sinnliche Eindrücke, aber auch auf existentielle Erfahrungen.

    In seinen Bildern spiegelt sich Helles und Dunkles, Süßes und Bitteres, Gutes und Böses, Freude und Leid: es ist in Malerei umgesetzte Lebenserfahrung.

    Armin Sorge
    Arbeitskreis 68